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FUZZY-LOGIC: Eine Modeerscheinung oder mehr?
Jürgen Kopainsky beschreibt im IBB Jahresbericht 1995 die unscharfe Logik wie folgt:
Das neue Denkmaterial oder: Was ist Fuzzy?
Hinter einer Hausecke taucht unvermittelt ein Auto auf. Ein Fussgänger, der die Strasse überquert, springt
geistesgegenwärtig zur Seite. Was hat sich abgespielt? Der Mensch hat trotz unvollständiger und lediglich
qualitativer Information; Auto teilweise durch Haus verdeckt, Auto auf Kollisionskurs, Geschwindigkeit gefährlich hoch; richtig entschieden.
Genau dieses seit Jahrtausenden erfolgreiche menschliche Verhalten wird im Rechner mit der Fuzzy Logic oder
deutsch: unscharfen Logik nachgeahmt. Fuzzy Logic ist also ein Verfahren, das im Sinne der Informationsökonomie
komplexe Vorgänge so weit wie möglich vereinfacht, um noch sinnvolle Entscheidungen fällen zu können.
Die naturwissenschaftlichen und technischen Erfolge der letzten Jahrhunderte sind zweifellos auf die
konsequente Anwendung der Scharfen Logik zurückzuführen, die bis auf Aristoteles zurückgeht. Wieso kommt nun
ausgerechnet von der Technik her die Idee, zusätzlich zur bewährten scharfen die unscharfe Logik einzusetzen?
Die Antwort ist ebenso einfach wie verblüffend. Je komplexer Systeme werden, desto unübersichtlicher werden
"scharfe" Annahmen, Modelle und Aussagen. In dieser Situation hilft die Fuzzy Logic weiter, indem sie
menschliches Erfahrungswissen berücksichtigen kann, was bisher nur schwer oder gar nicht möglich war. Sie
ergänzt also die objektiven physikalischen und technischen Gesetze um die subjektive Erfahrung von Experten.